Global Ecolabelling Network

Das Global Ecolabelling Network ist ein Zusammenschluss nationaler TYP I-Umweltzeichenorganisationen aus aller Welt. GEN ist der internationale Meinungsführer im Bereich der TYP I-Umweltzeichen und leistet einen wichtigen Beitrag bei der Entwicklung dieser Umweltzeichen nach ISO 14024. Es dient als Plattform zum Informations- und Erfahrungsaustausch, unterstützt neu gegründete Umweltzeichen-Organisationen beim Aufbau der Strukturen sowie der Organisation und Qualitätssicherung der Prozesse.

http://www.globalecolabelling.net

Nationale Umweltzeichen

Asien

  • Das chinesische Umweltzeichen (CELS) wurde 1993 von der staatlichen chinesischen Environmental Protection Administration (jetzt Ministerium für Umweltschutz) ins Leben gerufen. Es ist in das China Environmental United Certification Center Co., Ltd (CEC) integriert, welches auch Mitglied im Global Ecolabelling Network (GEN) ist.

  • Das Hong Konger Umweltzeichen “Green Label Scheme” (HKGLS) wurde im Jahre 2000 gegründet und wird von der Nichtregierungsorganisation Green Council (GC) in Zusammenarbeit mit dem Hong Kong Productivity Council (HKPC) verwaltet und vergeben.

  • Das Hong Konger “Eco-Label” wird von der Hong Konger Federation of Environmental Protection (HKFEP) verwaltet und vergeben.

  • Die Indische Regierung brachte 1991 das Umweltzeichen "Ecomark" auf den Markt. Damit war Indien das erste Entwicklungsland, das ein Umweltzeichenprogramm in seine Umweltpolitik integrierte. Indien ist zudem eines der wenigen Länder, die auch Lebensmittel mit ihrem Umweltzeichen kennzeichnen. Eine weitere Besonderheit ist die öffentliche Kommentierung neuer Kriterienentwürfe, die ein fester Bestandteil des indischen Umweltzeichenprogramms ist.

  • Israel gründete 1993 sein Umweltzeichen "Green Label". Organisations- und Verwaltungsorgane sind das Committee des Umweltministeriums und das Standard Institute of Israel (SII).

  • Die japanische Environment Association (JEA) entwickelte in Zusammenarbeit mit dem Umweltministerium und einem japanischen Umweltverband 1989 das Umweltzeichen "The Eco Mark". Japan zählt zusammen mit Deutschland, Skandinavien und Kanada zu den ersten Ländern, die Umweltzeichensysteme als Politikinstrument einführten. Eine Besonderheit des japanischen Umweltzeichenprogramms ist, dass das Durchführungs- und Verwaltungsorgan nicht bei einer staatlichen Stelle, sondern bei einem japanischen Umweltverband liegt.

  • Das Umweltzeichen "GreenLabel Singapore" wurde 1992 vom Umweltministerium Singapur ins Leben gerufen. Seit 1999 wird es vom Singapore Environmental Council, einer Nichtregierungsorganisation (NGO) verwaltet. Ebenso wie das indische Umweltzeichen bedient sich das "Green Label" dem Instrument der Veröffentlichung der Kriterienentwürfe.

  • 2001 wurde das Umweltzeichen "Green Choice Philippines" auf Initiative der philippinischen Regierung gegründet. Die Verwaltung des Umweltzeichens obliegt der unabhängigen Clean and Green Foundation, Inc.

  • Das koreanische Umweltzeichen "Korea Eco-Label" wurde 1992 von der Regierung der Republik Korea auf den Markt gebracht. Verwaltungs- und Organisationsorgan ist die Korea Environmental Labelling Association (KELA). Die Vergabe des "Korea Eco-Label" an besonders umweltfreundliche Produkte basiert maßgeblich auf Lebenszyklusanalysen.

  • Das Green Mark Programm ist das offizielle Eco-Labelling Programm in Taiwan und wurde 1992 vom Environmental Protection Administration (TEPA) entwickelt. TEPA ist einer der Gründungsmitglieder vom Global Ecolabelling Network (GEN) im Jahr 1994.

  • Das thailändische Umweltzeichen "Green Label: Thailand" wurde 1994 formell von dem Thailand Environmental Institute (TEI) in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Industrie ins Leben gerufen.

Australien

  • Australien entwickelte 1991 das Umweltzeichen "Environmental Choice". Im Jahre 2001 startete Australien einen neuen Versuch zur Kennzeichnung von ökologisch bestmöglichen Produkten, diesmal mit dem Umweltzeichen "Environmental Choice Australia".

  • Das neuseeländische Umweltzeichen "Environmental Choice New Zealand" wurde 1992 als glaubwürdiger Nachweis für umweltfreundliche Produkte vom Umweltministerium Neuseeland auf den Markt gebracht. Seit 2002 ist der unabhängige New Zealand Ecolabelling Trust verantwortlich für die Durchführung und Verwaltung des Umweltzeichenprogramms. Zeicheninhaber ist das Umweltministerium.

Europa

  • Das französische Umweltzeichen "NF Environnement" wurde 1992 von der französischen Regierung in Zusammenarbeit mit der französischen Standardisierungsorganisation (AFNOR) entwickelt. Dieses System der engen Kooperation zwischen Staat und Standardisierungsbehörden wird seitdem immer wieder auch von anderen Umweltzeichenprogrammen übernommen.

  • 1993 entwickelte das kroatische Umweltministerium das Umweltzeichen „Environmentally Friendly“ nach dem Modell der EU-Blume und dem deutschen Umweltzeichen "Blauer Engel".

  • Das niederländische Umweltzeichen "Milieukeur" wurde 1992 vom Umwelt- und Wirtschaftsministerium in enger Zusammenarbeit mit der privaten Organisation Stichting Milieukeur auf den Markt gebracht. Stichting Milieukeur ist das zuständige Verwaltungsorgan des niederländischen Umweltzeichens und für die Kriterienentwicklung und die Vergabeüberwachung verantwortlich. Seit 1995 beinhaltet das Umweltzeichen "Milieukeur" auch Umweltkriterien für Landwirtschaftliche Produkte.

  • Das österreichische Umweltzeichen "Umweltzeichen-Bäume" wurde 1990 vom Bundesumweltministerium ins Leben gerufen. Zuständige Institutionen sind das Umweltministerium, dass mit der Vergabe betraut ist sowie der Verein für Konsumenteninformation (VKI), der die Richtlinienerstellung und Administration übernimmt. Das österreichische Umweltzeichen koordiniert die Arbeiten mit dem deutschen Umweltzeichen.

  • Das nordische Umweltzeichen "Miljömärkt - Der Weiße Schwan" wurde 1989 vom nordischen Ministerrat, einem multinationalen Gremium, ins Leben gerufen. Darin vertreten sind die Länder Schweden, Norwegen, Finnland, Island und Dänemark. Ziel des Ministerrats war es, ein einheitliches nordisches Umweltzeichensystem für Produkte und Dienstleistungen zu etablieren. Ähnlich wie das europäische Umweltzeichen, folgt der "Der Weiße Schwan" dem ganzheitlichen Anspruch bei der Entwicklung der Kriterien.

  • Seit 1987 arbeitet die Swedish Society for Nature Conservation (SSNC), eine schwedische Nichtregierungsorganisation (NGO), an Kriterien für umweltfreundliche Produkte. 1992 wurde das Umweltzeichen "Bra Miljöval“, mit einem Falken als Symboltier, ins Leben gerufen. Hierbei handelt es sich ähnlich wie in den USA um kein nationales Umweltzeichen, da es nicht auf Initiative der Regierung gegründet wurde. Zusätzlich existiert in Schweden das skandinavische Umweltzeichen "Der Weiße Schwan“. Beide Umweltzeichenprogramme stehen in einer gesunden Konkurrenz zu einander.

  • Das slowakische Umweltzeichen "Environmentálne Vhodný Výrobok" (Environmental Friendly Product) wurde 1996 vom slowakischen Umweltministerium ins Leben gerufen und 1997 erstmals offiziell vergeben.

  • Das spanische Umweltzeichen "AENOR Medio Ambiente", entwickelt von der Associación Espanola de Normalización y Certificación (AENOR), wurde 1993 das erste mal vergeben. Aenor untersteht dem spanischen Ministerium für Industrie und Energie. Das spanische Umweltzeichenprogramm ähnelt stark dem französischen, da auch hier eine Standardisierungsbehörde Verwaltungs- und Durchführungsorgan ist.

  • Das tschechische Umweltzeichen "Ekologicky Setrany Vyrobek" wurde 1993 vom tschechischen Umweltministerium entwickelt und formell 1994 als "National Programme for Labelling Environmentally Friendly Products“ auf den Markt gebracht. Beachtlich am tschechischen Umweltzeichensystem ist, dass der Umweltminister über die Vergabekriterien für die Produktgruppen entscheidet. Damit ist es das einzige nationale Umweltzeichen, das die Kennzeichnung umweltfreundlicher Produkte in die Hände eines Einzelnen legt.

  • Das ungarische Umweltzeichen "Környezetbarát Termék" (Environmentally Friendly) wurde 1994 vom Ministerium für Umwelt und Gebietsplanung ins Leben gerufen. Zuständiges Durchführungs- und Verwaltungsorgan ist die Hungarian Eco-Labelling.

Nordamerika

  • Das kanadische Umweltzeichen "EcoLogoM" wurde 1988 vom kanadischen Umweltministerium, Environment Canada (EC), im Rahmen des Enviromental Choice Programms ins Leben gerufen. Nach dem "Blauen Engel“ war das kanadische Umweltzeichen weltweit die zweite große Initiative zur Kennzeichnung von umweltfreundlichen Produkten. Mit der Durchführung und Verwaltung des Environmental Choice Programms wurde das private Unternehmen Terra Choice beauftragt.

  • USA

    1989 entwickelte die unabhängige und gemeinnützige Organisation Green Seal das US-amerikanische Umweltzeichen "Green Seal". "Green Seal“ ist ein privates Umweltzeichen, das völlig unabhängig von jeder staatlichen Instanz eingeführt wurde. In den Grundsätzen ähnelt das amerikanische Modell jedoch den staatlichen nationalen Umweltzeichen.

Südamerika

  • Das brasilianische Umweltzeichen Qualidad Ambiental wurde 1993 von der Associacao Brasileira de Normas Tecnicas (ABNT) in Zusammenarbeit mit der Regierung 1993 ins Leben gerufen. Grundlage für die Vergabe des brasilianischen Umweltzeichens sind Lebenszyklusanalysen.