Umweltfreundlich und klimaschonend einkaufen

Juni 2015 //

Der Lebensmitteleinzelhandel ist für etwa 1 Prozent der deutschen Treibhausgasemissionen und gut 3 Prozent des gesamten Endenergieverbrauchs Deutschlands verantwortlich. Die Kälteanlagen zur Kühlung von Lebensmitteln haben mit knapp 40 Prozent den größten Anteil am Endenergieverbrauch und auch an den indirekten Treibhausgasemissionen von Verkaufsmärkten des Lebensmitteleinzelhandels. 

Umweltfreundlich und klimaschonend einkaufen

Etwa 30 Prozent des Endenergieverbrauchs werden für die Heizung aufgewendet, rund 20 Prozent für die Beleuchtung und 8 Prozent für die Klimatisierung. In allen aufgeführten Bereichen gibt es erhebliche Einsparpotentiale – hinsichtlich des Energieverbrauchs und damit einhergehend mit der Reduzierung der Treibhausgasemissionen.

Außerdem verwenden Kälteanlagen in Lebensmitteleinzelhandelsgeschäften häufig fluorierte Kohlenwasserstoffe als Kältemittel, die ein hohes Treibhauspotential haben. Durch den Einsatz natürlicher Kältemittel, die kein oder nur ein sehr geringes Treibhauspotential besitzen, können zusätzlich bis zu 30 Prozent der durch die Kälteanlage verursachten Treibhausgasemissionen eingespart werden.

Durch die Vergabe des Umweltzeichens für klimafreundliche Verkaufsmärkte des Lebensmitteleinzelhandels (DE-UZ 179) sollen die durch diese Märkte hervorgerufenen energie- und kältemittelbedingten Emissionen in die Umwelt signifikant reduziert werden. Die mit dem Blauen Engel ausgezeichneten Verkaufsmärkte des Lebensmitteleinzelhandels müssen daher besonders energieeffizient betrieben werden, und es dürfen nur klimafreundliche natürliche Kältemittel verwendet werden. Weitere Emissionseinsparungen sind durch einen guten Wärmeschutz des Gebäudes, Türen an den Kühlgeräten, energieeffiziente Beleuchtung und Belüftung sowie die Verwendung energieeffizienter elektrischer Geräte möglich. Zudem muss Ökostrom mit einer nachgewiesenen Zertifizierung eingesetzt und ein Energiemanagementsystem betrieben werden. Eine weitere Anforderung des Blauen Engel an klimafreundliche Lebensmitteleinzelhandelsgeschäfte ist die Nutzung der Abwärme der Kälteanlage zur Brauchwassererwärmung und/oder Heizung des Gebäudes.

Ein rundum nachhaltiger Lebensmitteleinkauf beinhaltet auch eine umweltverträgliche Anfahrt. Deshalb fordert der Blaue Engel von Lebensmitteleinzelhandelsgeschäften eine bestimmte Anzahl von Fahrradstellplätzen, die maximal 20 Meter vom Eingang des Geschäftes entfernt sind. Wünschenswert ist zudem eine Haltestelle des öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV), die nicht weiter als 1000 Meter Fußweg vom Markt entfernt ist.

Vorteile für Umwelt und Gesundheit von klimafreundlichen Verkaufsmärkten des Lebensmitteleinzelhandels (DE-UZ 179)

  • Geringer Energiebedarf des Gebäudes
  • Hohe Energieeffizienz der Kälteanlage
  • Energieeffiziente Beleuchtung
  • Verwendung klimafreundlicher natürlicher Kältemittel