Umweltfreundlich streichen

Oktober 2012 //

In Deutschland geht es bunt zu: Im Jahr 2010 wurden über 2,04 Millionen Tonnen Lacke und Farben produziert, wobei ein erheblicher Teil von Heimwerkern verstrichen wurde.

Umweltfreundlich streichen

Wie für die Anwendungen sind auch der Vielfalt an Lackrezepturen kaum Grenzen gesetzt. Grundsätzlich enthalten Lacke folgende Bestandteile: organische Lösemittel und andere flüchtige organische Verbindungen (englisch VOC; Abkürzung für Volatile Organic Compounds), Bindemittel, Farbpigmente und verschiedene Zusatzstoffe (Additive), etwa zur Konservierung oder zur Beschleunigung des Trocknens (Sikkative). Lacke, Farben und andere Bauprodukte können Lösemittel und andere VOC ausdünsten, die über einen längeren Zeitraum in der Raumluft verbleiben. Zahlreiche Krankheitserscheinungen, wie allergische Reaktionen der Haut, Bronchitis, Asthma und Störungen des Nervensystems sowie Symptome wie Müdigkeit und Kopfschmerzen können ihre Ursache in einer unzureichenden Innenraumluftqualität haben. Auch so genannte "Bio"- oder "Natur"-Lacke enthalten Lösemittel, wie Terpentine und Zitrusschalenöle. Diese sind zwar natürlichen Ursprungs, unterscheiden sich aber hinsichtlich ihrer Umweltwirkungen nicht von den synthetischen Lösemitteln. Zudem besitzen sie ein allergisierendes Potenzial.

Lacke, die mit dem Blauen Engel ausgezeichnet sind, haben im Gegensatz zu anderen Lacken einen höheren Wassergehalt und sind wasserverdünnbar. Sie enthalten somit auch weniger umweltschädliche Stoffe. Der Gehalt an flüchtigen organischen Verbindungen (Lösemittel , Restmonomere, Additive) sowie an bioziden Wirkstoffen ist begrenzt und eine Verwendung von Gefahrstoffen nahezu ausgeschlossen. Emissions- und schadstoffarme Lacke mit dem Blauen Engel müssen den üblichen Qualitätsanforderungen an die Gebrauchstauglichkeit z. B. Haftfestigkeit, Härte, Trocknungsverhalten, Lichtechtheit, Elastizität, ggf. Deckfähigkeit und Oberflächenbeständigkeit gegen Haushaltschemikalien entsprechen.

Vorteile für die Umwelt und Gesundheit für Lacke und Lasuren (DE-UZ 12a)

  • strenge Anforderungen an bedenkliche Zusatzstoffe
  • geringer Lösemittelgehalt
  • frei von gesundheitsgefährdenden Weichmachern
  • Reduzierung der eingesetzten Konservierungsstoffe auf ein Mindestmaß