Hygienepapiere & Co.

März 2012 //

Taschentücher, Zeitung, Toilettenpapier: Noch nie haben wir so viel Papier verbraucht wie heute. Rund 240 Kilo Papier pro Person waren es im vergangenen Jahr in Deutschland. Zum Vergleich: In China benutzt eine Person etwa 64 Kilo Papier im Jahr, weltweit sind es 54 Kilo. Um unseren Papierhunger zu stillen, müssen ungefähr 80 Prozent des eingesetzten Zellstoffs für die Produktion der Frischfaserpapiere importiert werden – auch aus Urwaldgebieten.

Wer in Bad und Küche anstelle der Produkte aus Frischfasern solche aus Altpapier einsetzt, handelt mit Weitsicht. Die Verwendung von Altpapier bei der Herstellung von Hygienepapier trägt zur Schonung von Ressourcen und zur Verminderung des Abfallaufkommens bei, besonders beim Einsatz von Altpapier aus haushaltsnaher und gewerblicher Erfassung. Die mit der Zellstofferzeugung unmittelbar verbundenen Umweltbelastungen werden vermieden. Beim ökologischen Systemvergleich schneiden Papierprodukte aus Altpapier gegenüber Papierprodukten aus Primärfasern, die Holz als Faserrohstoffquelle nutzen, im Hinblick auf die Aspekte Ressourcenverbrauch, Abwasserbelastung, Wasser- und Energieverbrauch wesentlich günstiger ab – bei vergleichbaren Gebrauchseigenschaften der Produkte.

Der Blaue Engel stellt hohe Anforderungen und ist damit ein verlässlicher Wegweiser auf der Suche nach umweltfreundlichen Hygienepapieren wie Papierhandtüchern, Toilettenpapier, Putztüchern, Taschentüchern, Kosmetiktüchern, Servietten, Küchentüchern und Abdeckpapieren (zum Beispiel Liegenabdeckungen). Für ihre Herstellung müssen mindestens 60 Prozent Altpapier der unteren, mittleren und krafthaltigen Sorten eingesetzt werden – bezogen auf den gesamten Faserstoffeinsatz. Diese Sorten machen als Haushaltssammelware einen Großteil des Altpapieraufkommens aus. Der Einsatz von Altpapier ist im Hygienepapierbereich besonders wichtig, da diese Fasern nach Gebrauch nicht recycelt werden können. Sie gehen dem Papierkreislauf endgültig verloren. Fertigungsausschuss aus der Papierfabrik gilt nicht als Altpapier, es sei denn, er fällt bei der Papierherstellung aus 100 Prozent Sekundärfaserstoff an. Der Blaue Engel verbietet zudem den Einsatz von Chlor, halogenierten Bleichmitteln und weiteren Chemikalien oder schränkt deren Einsatz ein.

Vorteile für die Umwelt durch Hygienepapier (DE-UZ 5)

  • 100 Prozent Altpapier entlastet die Wälder, schützt Primärwälder und damit die biologische Vielfalt,
  • geringerer Energie- und Wasserverbrauch bei der Herstellung gegenüber Frischfaser,
  • Begrenzung anderer Zusatzstoffe und keine halogenierten Bleichmittel.