Schon gewusst... wer hinter der Jury Umweltzeichen steht?

Juli 2019 //

Der Blaue Engel ist seit 40 Jahren das Umweltzeichen der Bundesregierung. Unabhängig und glaubwürdig setzt er anspruchsvolle Maßstäbe für umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen. Doch wer entscheidet eigentlich, dass ein Produkt den Blauen Engel bekommt? Und wer beschließt die Kriterien, die für die Produktgruppen gelten? Um diese Fragen zu beantworten, stellen wir unsere Jury vor: Die Jury Umweltzeichen!

Schon gewusst... wer hinter der Jury Umweltzeichen steht?

Die Jury Umweltzeichen ist das unabhängige Beschlussgremium des Umweltzeichens Blauer Engel. Der Jury Umweltzeichen gehören 14 Mitglieder an, die von Bundesumweltministerin Svenja Schulze für drei Jahre berufen wurden. In der Jury sind alle relevanten gesellschaftlichen Gruppen berücksichtigt – beispielsweise Vertreterinnen und Vertreter aus Umwelt- und Verbraucherverbänden, der Wissenschaft, den Kommunen, den Gewerkschaften, der Kirche, des Handels und der Industrie. Zwei weitere Mitglieder vertreten jeweils für die Dauer von zwei Jahren die Bundesländer. Die Jury-Mitglieder sind weisungsfrei und unparteiisch, die Mitgliedschaft ist ehrenamtlich.

In der ersten Sitzung der aktuellen Berufungsperiode wurde im Juni 2019 in Bremen unter anderem ein neues Umweltzeichen für Staubsaugerbeutel verabschiedet sowie Prüfaufträge für Film- und Fernsehproduktionen, Catering und Kunstrasen ausgelöst.

Vorsitzender der Jury Umweltzeichen ist Dr. Ralf-Rainer Braun, Leiter des Umweltamtes in Hagen und als Vertreter des Deutschen Städtetages in der Jury. "Der neuen Jury wird es ein besonderes Anliegen sein, beim Blauen Engel die Nachhaltigkeitsziele der UN sowie die Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung stärker als bisher sichtbar werden zu lassen" sagt er. "Es ist deshalb gut, dass zur Beschlussfassung über Siegelvergaben neben umweltfreundlichen Produkten auch zunehmend vorbildliche nachhaltige Dienstleistungen auf der Tagesordnung stehen, auch wenn Zertifizierungen von klimaneutralen Lieferdiensten, ressourceneffizienten EDV-Servern, "grünen" Film- und Fernsehproduktionen, Mobilitätskarten, Carsharing und ähnlichen Angeboten sicher eine besondere Herausforderung darstellen. Da einige Zeichennehmer den Blauen Engel auch auf internationalen Märkten nutzen, wird die Jury zudem die globale Ebene stärker in den Fokus rücken. Ferner werde ich als Vorsitzender anregen, sich intensiver mit der Zielgruppe der jungen "Generation Klimaschutz" auseinander zu setzen. Viel und interessante Arbeit also für die neue Berufungsperiode der Jury!"

Stellvertretende Jury-Vorsitzende ist Kathrin Krause, Referentin für Nachhaltigen Konsum beim Verbraucherzentrale Bundesverband. Sie sagt: "Der Blaue Engel ist derzeit das beste Umweltsiegel auf dem Markt. Er entstand zu einer Zeit, als Bio-Siegel und Fair-Trade-Label auf unzähligen Produkten noch nicht alltäglich waren. Heute muss sich der Blaue Engel der Konkurrenz auf dem Siegel Markt stellen und durch anspruchsvolle Kriterien, Glaubwürdigkeit und Bekanntheit überzeugen. Ich freue mich über den stellvertretenden Juryvorsitz und möchte in meiner Funktion dazu beitragen, dass sich der Blaue Engel häufiger auf Alltagsprodukten wiederfindet und ein effektives Kontrollsystem implementiert wird, damit seine hohe Vertrauenswürdigkeit weiterhin gesichert ist. Eine einfache und transparente Kennzeichnung ist die Voraussetzung dafür, dass Verbraucher in der Lage sind, umweltbewusste Kaufentscheidungen zu treffen."

Mehr zum Blauen Engel
Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) ist Zeicheninhaber des Blauen Engels. Das Umweltbundesamt (UBA) erarbeitet basierend auf wissenschaftlichen Studien, eigenen Untersuchungen und Marktrecherchen produktgruppenspezifische Anforderungen (sogenannte Vergabekriterien) als Voraussetzung für eine Zertifizierung mit dem Umweltzeichen. Beschlussgremium ist die Jury Umweltzeichen, die RAL gGmbH ist die Zertifizierungsstelle. Für die Bewertung erfolgt eine umfassende Betrachtung des Produktlebenszyklus. Dadurch werden alle Bereiche identifiziert, in denen Umweltbelastungen verringert oder sogar vermieden werden können. Hierbei achtet der Blaue Engel auf folgende Schwerpunkte:

  • ressourcenschonende Herstellung (Wasser, Energie)
  • bevorzugte Berücksichtigung von Recyclingmaterialien zum Beispiel bei Papier und Kunststoffen
  • nachhaltige Produktion von Rohstoffen
  • Vermeidung von Schadstoffen im Produkt
  • verringerte Emissionen schädlicher Substanzen in Boden, Luft, Wasser und im Innenraum
  • Reduktion von Lärm und elektromagnetischer Strahlung
  • effiziente Nutzung, beispielsweise energie- oder wassersparende Produkte
  • Langlebigkeit, Reparatur- und Recyclingfähigkeit
  • gute Gebrauchstauglichkeit
  • Rücknahmesysteme und Dienstleistungen mit gemeinschaftlicher Nutzung, beispiesweise Carsharing