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Newsletter 24, March 2009
Newsletter 24

Schützt Gesundheit, Klima, Wasser, Ressourcen

Der Newsletter Nr. 24 enthält folgende Themen:
  • Spielzeug mit Zukunft – umweltfreundlich, gesund und sozial
  • Energiesparend und gesund ohne Kabel telefonieren
  • Schützt Gesundheit, Klima, Wasser, Ressourcen
  • Lärmarme Gartengeräte
  • Blauer Engel für lärmarme und kraftstoffsparende Reifen
  • Nachhaltig dämmen
  • Carbon Footprint-Projekt
  • Impressum


Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser!

Klimaschutz wird auch in der Produktpolitik ein immer wichtigerer Innovationstreiber. Hierzu gehören auch alle Aktivitäten zur Erarbeitung einer Methode, um den Carbon Footprint, d. h. die Treibhausgasintensität einer Ware oder Dienstleistung, zu ermitteln und dann zu verbessern. Das Bundesumweltministerium und das Umweltbundesamt verfolgen den internationalen Prozess und beteiligen sich mit einem Forschungsvorhaben an seiner Entwicklung. Die Botschaft ist klar: Zur Kommunikation des Carbon Footprint soll der Blaue Engel genutzt werden, um damit seine zentrale Rolle als Klimaschutzzeichen zu stärken.

Das Umweltzeichen weist schon heute energiesparende und emissionsarme Waren und Dienstleistungen aus und gibt Verbraucherinnen und Verbrauchern durch das neue, überarbeitete Logo eine bessere Orientierung beim nachhaltigen Konsum. Mit dem Zusatz „Schutz des Klimas“, „Schutz der Gesundheit“, „Schutz des Wassers“ und „Schutz der Ressourcen“ wird die Auswahl umweltfreundlicher und gesunder Waren und Dienstleistungen mit dem Umweltzeichen jetzt noch leichter.

Die neuen Umweltzeichen für Holzspielzeug, schnurlose Telefone und Wärmedämmstoffe für den Innenausbau zeigen: Der Blaue Engel kennzeichnet eine Vielfalt an Produkten und passt die Vergabekriterien – wie das Beispiel lärmarme, kraftstoffsparende Reifen zeigt – regelmäßig den aktuellen Erfordernissen an Umwelt und Gesundheit an. Hierüber informiert dieser aktuelle Newsletter.

Wir wünschen Ihnen eine interessante Lektüre.

Umweltbundesamt
Fachgebiet III 1.3
Umweltkennzeichnung, Umweltdeklaration, Umweltfreundliche Beschaffung
Elke Kreowski



Spielzeug mit Zukunft – umweltfreundlich, gesund und sozial

Neues Umweltzeichen für Holzspielzeug
Eltern können für ihre Kinder gesundheitlich unbedenkliches Spielzeug kaufen, wenn sie auf den Blauen Engel achten. Das Umweltzeichen kennzeichnet Holzspielzeug, das über die gesetzlichen Anforderungen hinaus umweltfreundlich hergestellt und gesundheitlich unbedenklich ist. Dabei werden strenge Anforderungen an die verwendeten Materialien gestellt. Der Blaue Engel für Holzspielzeug erhält den Zusatz „schützt die Gesundheit, weil schadstoff- und emissionsarm“.

Voraussetzung für die Vergabe ist, dass Holzspielzeug frei von synthetischen Duftstoffen, Flammschutz- und Holzschutzmitteln ist. Außerdem wird nur Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft verwendet. Zusätzlich werden soziale Bedingungen bei der Fertigung und Sicherheit des Spielzeugs kontrolliert. Die Umweltkriterien des Blauen Engel für Holzspielzeug berücksichtigen Herstellung, Nutzung, Verpackung und Verbraucherinformation.

Ferner sind die Emissionen von Formaldehyd und anderen organischen Verbindungen begrenzt. Die Liste der anerkannten Institute zur Emissionsprüfung ist auf der Internetseite des Blauen Engel abrufbar: www.blauer-engel.de/_downloads/vergabegrundlagen_de/Messinstitute.pdf


Energiesparend und gesund ohne Kabel telefonieren

Blauer Engel für Schnurlostelefone
Heute werden kaum noch Telefone mit Kabel benutzt, Schnurlostelefone sind in den Haushalten beliebt. Verbraucher haben jedoch mitunter Bedenken wegen der durch kabellose Telefone verursachten elektromagnetischen Strahlung. Hier sind vorsorgende Maßnahmen empfehlenswert.

Der Blaue Engel kennzeichnet strahlungsarme und energieeffiziente schnurlose Festnetztelefone nach dem DECT-Standard (Digital Enhanced Cordless Telecommunication). Voraussetzung für die Vergabe ist, dass die Telefone energieeffiziente elektronische Schaltnetzteile statt herkömmlicher Trafonetzteile nutzen. Dadurch reduziert sich der Energieverbrauch am Netzteil um 60 Prozent. Damit leisten Verbraucher auch einen Beitrag zum Klimaschutz. Das Zeichen garantiert ferner eine geringe elektromagnetische Strahlenbelastung und kontrolliert, dass die verwendeten Kunststoffe keine kritischen Stoffe enthalten. Der Blaue Engel für Schnurlostelefone erhält den Zusatz „schützt das Klima, weil energieeffizient und strahlungsarm“.

Das Umweltzeichen für schnurlose Telefone trägt damit zum vorbeugenden Umwelt-, Gesundheits- und Verbraucherschutz bei und erleichtert Verbraucherinnen und Verbrauchern die Entscheidung beim Einkauf. Um eine schnelle Anpassung an die technische Entwicklung der Telefone zu ermöglichen, ist die Laufzeit des Zeichens für schnurlose Telefone auf zwei Jahre begrenzt.


Schützt Gesundheit, Klima, Wasser, Ressourcen

Bessere Orientierung für Verbraucher mit dem Blauen Engel
Verbraucher können sich zukünftig mit Hilfe des Blauen Engel noch besser über Umwelt- und Gesundheitsbedingungen von Produkten und Dienstleistungen informieren. Gemeinsam haben das Bundesumweltministerium, das Umweltbundesamt, RAL gGmbH und die Jury Umweltzeichen beschlossen, die mit dem Umweltzeichen vermittelte Botschaft noch klarer im Logo auszuweisen. Mit der zusätzlichen Einordnung des Blauen Engel in die Schutzziele „Klima“, „Gesundheit“, „Wasser“ und „Ressourcen“ ist es für Hersteller und Händler jetzt noch einfacher, die Umweltvorteile ihrer Produkte an Verbraucherinnen und Verbraucher zu kommunizieren.
Schützt Gesundheit, Klima, Wasser, Ressourcen
Unabhängig von dieser Schwerpunktsetzung berücksichtigt der Blaue Engel auch weiterhin alle relevanten umwelt- und gesundheitsbezogenen Eigenschaften von Produkten und Dienstleistungen.


Lärmarme Gartengeräte

Erster Zeichennehmer für Heckenscheren
Gartengeräte, die den Blauen Engel tragen, sind deutlich lärmreduziert. Der Kauf und die Nutzung solcher Produkte tragen dazu bei, störende Arbeitsgeräusche bei der Gartenarbeit zu vermindern und damit besonders in Wohn- und Erholungsgebieten die oft ärgerliche Lärmbelastung zu reduzieren. Als erstes Unternehmen kann die Firma Stihl AG ihre Akku-Heckenscheren mit dem Blauen Engel anbieten.


Blauer Engel für lärmarme und kraftstoffsparende Reifen

Änderungen der Vergabegrundlage
Lärmminderung und Energieeinsparung im Verkehrsbereich bleiben wichtige Themen. Instrumente, die dazu einen Beitrag leisten, sollen deshalb weiterentwickelt werden. Jetzt wurde das Umweltzeichen für ökologische Produktstandards für PKW-Reifen überarbeitet.

Der Blaue Engel für Kraftfahrzeugreifen berücksichtigt Klima-, Lärm- und Gesundheitsschutz. Änderungsbedarf bestand in den Bereichen Lärmanforderung, Rollwiderstand und PAK-Gehalt (Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe aus Weichmacherölen und zugesetztem Ruß). Bei der Überarbeitung der Vergabegrundlagen wurde die Prüfung des PAK-Gehaltes in den Laufflächen der Reifen zusätzlich aufgenommen. Außerdem wurden die Lärmwerte für das Vorbeifahrgeräusch auf 70 Dezibel reduziert. Darüber hinaus wurden der Rollwiderstand in Hinblick auf Kraftstoffverbrauch und Klimaschutz und die Anforderungen an die Gebrauchseigenschaften überarbeitet. Nicht zuletzt wird durch die neuen Vergabegrundlagen die Verbraucherinformation verbessert: Zeichennehmer verpflichten sich zur Information über Rücknahmemöglichkeiten und müssen über die regelmäßige Kontrolle des Reifendrucks informieren.

Energieoptimierte Reifen leisten einen Beitrag zur CO2-Einsparung und damit zum Klimaschutz. So können kraftstoffsparende Reifen den Kraftstoffverbrauch um bis zu fünf Prozent verringern. Durch Einführung lärmarmer Reifen wird außerdem der Verkehrslärm wirksam reduziert. Der Blaue Engel kennzeichnet lärmarme und kraftstoffsparende PKW-Reifen, ohne dass Sicherheit, Gebrauchstauglichkeit und Gesundheitsschutz beeinträchtigt werden. Die Vergabekriterien gelten als ökologischer Produktstandard für PKW-Reifen und sollen auch weiterhin Herstellern und Erstausstattern Orientierung bieten.

Zukünftig sollen weitere Zeichennehmer gewonnen werden, um Reifenhandel und Endverbraucher zu erreichen. Der Blaue Engel für Kraftfahrzeugreifen erhält den Zusatz „schützt das Klima, weil lärmarm und kraftstoffsparend“.


Nachhaltig dämmen

Blauer Engel für emissionsarme Wärmedämmstoffe und Unterdecken
Mit Wärmedämmstoffen und Unterdecken in Gebäuden kann Energie gespart und Lärm reduziert werden. Doch können diese Maßnahmen auch die Umwelt belasten, wenn die Produkte aus schadstoffhaltigen Materialien hergestellt werden. Außerdem werden die Umweltziele bei unsachgemäßem Einbau verfehlt.

Der Blaue Engel für Wärmedämmstoffe und Unterdecken für die Anwendung in Gebäuden berücksichtigt den Einsatz von Werkstoffen und Materialien bei der Herstellung ebenso wie die Nutzungsphase und die Entsorgung der Produkte. Dadurch wird nicht nur das umweltfreundlichere und in der Wohnumwelt gesündere, sondern auch das bezüglich Qualität und Dauerhaftigkeit bessere Produkt bewertet.

Das Umweltzeichen kennzeichnet solche Wärmedämmstoffe und Unterdecken, die über die gesetzlichen Bestimmungen hinaus schadstoffarm hergestellt und in der Wohnumwelt aus gesundheitlicher Sicht unbedenklich sind. Für die Vergabegrundlagen werden Wärmedämmung, Schallschutz und Begrenzung der Emissionen aus den Produkten berücksichtigt.

Der Blaue Engel wird für vier Jahre für emissionsarme Wärmedämmstoffe und Unterdecken für die Anwendung in Gebäuden vergeben. Es erhält den Zusatz „schützt die Gesundheit, weil schadstoff- und emissionsarm“.


Carbon Footprint Project

CO2-Kennzeichnung von Waren und Dienstleistungen

Im Auftrag von Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt bearbeitet Öko-Institut e. V. seit Januar 2008 das Projekt „CO2-Kennzeichnung von Waren und Dienstleistungen“. Hierbei geht es um die Erfassung und Kommunikation der Treibhausgasbilanzen von Waren und Dienstleistungen, den sogenannten Product Carbon Footprint (PCF). Ziel des Projekts ist es, Empfehlungen für eine Harmonisierung bzw. Standardisierung der Erfassungsmethoden zu geben und Grenzen und Möglichkeiten dieser Methodik in ausgewählten Produktbeispielen auszuloten. Auf Basis dieser Informationen sollen Hersteller und Handelsfirmen Optimierungsstrategien zur Verbesserung der Treibhausgasintensität ihrer Waren und Dienstleistungen entwickeln. Auch die Kommunikation dieser Information an Verbraucherinnen und Verbraucher ist ein Thema. International und national gibt es bereits eine Reihe von Initiativen zum Carbon Footprint, unter anderem in Deutschland, Großbritannien, Japan, Süd-Korea, Thailand, Schweden, Frankreich und in der Schweiz.

Die Empfehlungen des Öko-Instituts e. V. für die Ermittlung des Product Carbon Footprint werden regelmäßig mit den Interessengruppen diskutiert. So wurden mehrere Workshops mit Experten und Unternehmen durchgeführt. Die Einschätzung der Unternehmen über Methodik und Kommunikation zum PCF erfasst das Öko-Institut außerdem über eine Befragung.

In einer Zwischenbilanz stellt das Öko-Institut fest, dass die produkt- und unternehmensbezogene Erfassung des Carbon Footprint als sinnvoll gelten kann, um hieraus Maßnahmen zur CO2-Reduktion abzuleiten. Jedoch sind die bisherigen Aktivitäten für ein CO2-Label noch unzureichend. Hier fehlen einheitliche internationale Standards zur Erfassung des Carbon Footprint sowie Erkenntnisse, ob Verbraucherinnen und Verbraucher ein solches Label nutzen würden. Auch ist die Vergleichbarkeit der Produkte für Verbraucherinnen und Verbraucher nicht gewährleistet.

Bei der Entwicklung des CO2-Labels muss auch die Gefahr der Verbraucherverwirrung berücksichtigt werden. Das Bundesumweltministerium befürchtet, dass ein neues CO2-Label Konsumentinnen und Konsumenten zum jetzigen Zeitpunkt irritiert. Es setzt deshalb auf integrierte Kommunikation des PCF im Rahmen des Blauen Engel als Klimazeichen. Das Umweltzeichen zeichnet bereits heute energiesparende und klimafreundliche Waren und Dienstleistungen aus, um Verbraucherinnen und Verbrauchern eine bessere Orientierung beim klimabewussten Einkauf zu geben.

Mehr Informationen zum Thema gibt das Informationspapier „Umweltzeichen und Klimaschutz – Blauer Engel für klimarelevante Produkte“ des Umweltbundesamtes


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